Paul Eichholz, Panorama der Altstadt von Südosten: Links der Marienberg, davor der Turm des Aktstädtischen Rathauses und das Spitta-Haus, rechts die mächtige St. Gotthardt-Kirche und der Rathenower Torturm (Bild: Eichholz 1912, Abb. XLII, S. XCIX).
Um 1770/1780 wurde an einem der fünf Stadttore zur Altstadt von Brandenburg - dem Wassertor am Havelufer - ein stattliches palaisartiges Bürgerhaus errichtet, das heute, in Anspielung auf seine Bauform und seine historische Lage, den Namen ›Wassertorpalais‹ trägt.
Es gehört zu den schönsten alten Wohnbauten, die Brandenburg noch besitzt. Die Fassade ist mit kannelierten Pilastern und rundbogigen Fenstern am Obergeschoss geschmückt. Die städtebauliche Bedeutung des imposanten Bürgerhauses mit langer siebenachsiger Fensterfront und mächtigem Giebel ergibt sich aus seiner exponierten Lage. Das Haus prägt gleich mehrere Straßen: die Altstädtische Große Heidestraße, die Altstädtische Wassertorstraße und die Altstädtische Fischerstraße. Die Hofseite ist zudem ein wesentliches Element des Stadtbildes an der Havel mit der Wassertorpromenade.
Den Erbauer aus der Zeit von 1770/80 kennen wir nicht. Ursprünglich waren alle Fenster des Hauses – auch diejenigen der Giebelseite – funktionstüchtig und nicht vermauert. Die Haustür wurde im 19. Jahrhundert bis auf das Straßenniveau heruntergezogen und eine ehemals vorgelagerte Treppe entfernt.
Marcus Cante, Stadt Brandenburg an der Havel, Teil 1: Dominsel - Altstadt - Neustadt (=Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmale in Brandenburg), Worms 1994, S. 167/168.
Paul Eichholz, Die Kunstdenkmäler von Stadt und Dom Brandenburg (=Die Kunstdenkmäler der Provinz Brandenburg), Berlin 1912, S. 205, 207, 209, Abb. 134: Haus Altstädter Heidestr. 1.